Tomaten schützen doch nicht vor Prostatakrebs

Wär ja auch zu schön gewesen. Täglich einen Schluck aus der Ketchup-Flasche und schon sinkt das Risiko für Männer, an Prostatakrebs zu erkranken. Das Carotinoid Lycopin, das besonders im verarbeiteten Zustand für den Körper verfügbar ist, galt als Heilsbringer. In einer neuen Studie konnten Wissenschaftler allerdings keinen Zusammenhang von Lycopin und einem verringerten Risiko für die Männerkrankheit finden.

In diversen Tageszeitung wurde die Studie des Fachmagazins “Cancer Epidemiology Biomarkers & Prevention” erwähnt. Bei der Studie wurden 28.000 Männer beobachtet. Während Lycopin weit wenig bzw. gar keinen Einfluss auf die Krebswahrscheinlichkeit zeigte, fanden die Forscher etwas anderes wesentlich signifikanter: Ein hoher Beta-Carotin-Spiegel soll das Prostatakrebsrisiko erhöhen.

Wieder einmal ein Grund, Studien genau unter die Lupe zu nehmen. Ohne die oben erwähnte Studie zu diskreditieren: Rund 95% aller in (hoch angesehenen) Fachblättern veröffentlichten Studien sollen keine validen Ergebnisse präsentieren. Zu diesem Schluss kommen kritische Hamburger Wissenschaftler wie beispielsweise Dr. Hans-Hermann Dubben, die jahrelang Studien auswerteten. Ein Grund, sich etwas genauer mit Statistik zu beschäftigen. Gute Einstiege sind dabei folgende Bücher:

Der Hund, der Eier legt. Erkennen von Fehlinformation durch Querdenken

Mit an Wahrscheinlichkeit grenzender Sicherheit. Logisches Denken und Zufall

Der Schein der Weisen. Irrtümer und Fehlurteile im täglichen Denken.

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1 Kommentar »

  1. oblomov Said,

    Juni 23, 2007 @ 14:43

    Hallo,

    so einfach, wie es die Überschrift suggeriert, dürfte es wohl nicht sein. (Klar, Überschriften sollen zum Lesen anregen!). Richtig ist auf alle Fälle: Studien genau unter die Lupe zu nehmen!

    Geht es bei der erwähnten Studie um Lycopin oder Tomaten? Wenn ich mich recht erinnere, wurde bereits schon vor Jahren gezeigt, dass Schutz vor Krebs nicht durch isoliertes (reines) Lycopin, sondern nur durch einen Tomatenextrakt erfolgt. Soll heissen, offensichtlich ist es entweder nicht das Lycopin selbst, das den Krebsschutz bewirkt, sondern ein anderer Bestandteil der Tomate - oder Lycopin wirkt nur im Zusammenspiel mit anderen Inhaltsstoffen der Tomate.

    Ähnliches gilt übrigens auch beim Johanniskraut: Das als Wirkstoff deklarierte Hypericin wirkt alleine kaum, aber im Zusammenspiel mit anderen Inhaltstoffen des Johanniskrautes wirkt es beruhigend.

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